Schouwen-Duiveland

Schouwen-Duiveland

Schouwen-Duiveland

35000 Einwohner zählend, aus über 25 Ortsteilend bestehend: der nördlichste Teil der Provinz Zeeland. Über die Zeelandbrug, eine der längsten Brücken Europas, gelangt man vom nördlichsten Teil der Provinz Zeeland bequem nach Noord-Beveland. Durch dieses Bauwerk sowie weitere Dämme, die im Rahmen des Deltaprojektes entstanden, verloren Schouwen und Duiveland, die Namensgeber der Region, ihren früheren Inselcharakter, da diese nun mit dem Festland und Overflakkee verbunden sind. Die Verwaltung erfolgt zentral in Zierikzee, eine Stadt, die noch bis 1995 eigenständig war. Momentan leben dort zirka 10500 Einwohner, es ist der Lebensmittelpunkt der Insel. Wahrscheinlich im Jahr 849 durch den Schiffbrüchigen Zirk am Flüsschen Ee gegründet, erlangte Zierikzee im Mittelalter durch die eigene Handelsflotte den Status einer reichen Handelsstadt. 1454 begann man mit dem Bau eines 206 Meter hohen Turmes, der höher als alle anderen Bauwerke der Umgebung werden sollte. Durch einen gewaltigen Sturm jedoch versank die gesamte Flotte wenig später, die Stadt verarmte. Dazu kam noch ein weiterer Unglücksfall: Ein Blitzschlag zerstörte große Teile des Turmes und der angrenzenden Kirche. Somit wurde der Turm nie richtig fertig gestellt, jedoch blieben einige Grundmauern und vereinzelte Denkmäler bis heute erhalten, da Zerikzee nicht einmal das Geld für einen Abriß hatte, um neue Häuser zu bauen.

Brouwershaven ist der Geburtsort von dem Dichter Jacob Cats. Cats machte sich insbesondere während eines 12 Jahre andauernden Waffenstillstandes im 80jährigen Unabhängigkeitskrieg zwischen den Niederlanden und Spanien verdient, als er zusammen mit seinem Bruder Cornelis half Gebiete trocken zu legen, die durch im Krieg beschädigte Dämme überflutet wurden. Der Ort Brouwershaven selbst besticht unter anderem durch ein Rathaus aus dem 16. Jahrhundert (1599) sowie einer riesigen Kirche, die etwas außerhalb vor den Toren des Ortes gelegen ist. 1953 kam es durch die Flutkatastrophe zu zwei riesigen Durchbrüchen in den Dämmen von Schouwen. Trotz Reparatur der Schäden hinter Ouwerkerk und Schelphoek blieben die Wassermassen hinter den Deichanlagen und bilden nun einen riesigen Binnensee.

Zu erleben gibt es hier auch einiges, wie den Grevelingen- und Brouwersdam im Norden, den Oosterscheldekering und die bereits erwähnte Zeelandbrücke im Süden. Nördlich grenzt Schouwen-Duiveland an das Grevelingenmeer, ein beliebtes Surf- und Wassersportgebiet. Ebenfalls einen Besuch wert ist die Oosterschelde, einem in einem ehemaligen Meeresarm gelegenes Bauwerk zum Schutz vor Sturmfluten. Da es nur bei besonders gewaltigen Auswirkungen geschlossen wird, bietet sich hier eine einzigartige, gut erhaltene Artenvielfalt in einem von den Gezeiten beherrschten Salzwasserbereich. Auf der Instel Neeltje Jans, gelegen in der Oosterschelde, gibt es eine Ausstellung mit zahlreichen Informationen über das Schutzprojekt „Delta“ sowie andere wasserbauliche Projekte zum Schutz der Ländereien. Westlich gelegen sind die ausgedehntesten Strände von Zeeland mit einer Länge von über 16 Kilometern. Dahinter befindet sich ein großes Wald- und Dünengebiet, welches durch die vielen Wander-, Fahrrad- und Reiterwege zu sportlichen Aktivitäten einlädt. In den bekannten Badeorten Renesse und Burgh-Haamstede befinden sich zahlreiche Hotels und Campingplätze und bieten daher in verschiedenen Preiskategorien individuellen Ansprüchen ein Angebot.